Der ‘Have it your’ -Way zum Abnehmen?

Veröffentlicht in Es ist schon seltsam... mit Tags , , am Juni 1, 2009 von feuerkind

Ich habe mich gerade mal auf der Seite eines berühmten gekrönten Fastfood-Anbieters darüber schlau gemacht, daß mein Standard-Menü (doppelt Fleisch, Bacon und Käse extra, Cola und Pommes und Eis) genau 1562 Kalorien hat. Neulich erzählte mir einen ach so wohlmeinende Kollegin (eine von den ganz schlanken Frauen mit Konfektionsgröße 34, die nie zunehmen, egal was sie essen), daß ich 1600 Kalorien am Tag essen darf und dabei sogar abnehme. Ihr strahlendes Blendax-Lächeln konnte mir dann auch promt die Lust an meiner vollwertigen, überteuerten Kantinenmahlzeit nehmen.

Und nun denke ich mir: alles klar! Jeden Tag eine Runde Fastfood und den Rest des Tages nur Gurken. Vielen Dank an dieser Stelle an meine Kollegin!

*schaltet die Ironie aus* Warum erzählen mir Menschen eigentlich ungefragt, was ich essen soll? Ich dränge doch Menschen mit schlechten Zähnen auch keine Zahnpasta auf und Stotterern keinen Logopädie-Prospekt! Das zeugt von schlechtem Stil und mangelndem Takt.

Fazit:  Ich mag mich ‘my way’. Sauer bin ich trotzdem.

Ist Cthulhu tot?

Veröffentlicht in Es ist schon seltsam... am Mai 13, 2009 von feuerkind

Mein Mittagessen in der Kantine: Truthahncurry aus der Diät-Ecke. Zu meiner Überraschung war es wirklich lecker, was in meiner Betriebskantine nicht immer gewährleistet ist. (Um einige Beispiele aus der Halle des Un-Ruhmes in der Historie meines Kantinengangs zu nennen: die Porzellanscherben im Schokopudding, die Currywurst mit Kokos-Zitronengras-Sauce und die seit 6 Monaten abgelaufene Vanille-Milch.)

Gegen Ende der Vernichtung jener gelblichen, amorphen Masse stockte ich. In meinem Essen lag ein grau-schwärzlicher Tentakel. Ich hob ihn hoch. Sah anklagend zu meinen Kollegen. Und stellte fest: “Oh mein Gott, sie haben Cthulhu getötet.” Danach musste mein Lieblingskollege beinahe mit dem Heimlich-Griff vor dem Erstickungstod gerettet werden – hatte ich schon erzählt, daß er mein Lieblingskollege ist, weil er unter Anderem bei der Entwicklung einer Ausgabe von Munchkin geholfen hat?

Er war übrigens der Einzige, der meinen Joke kapiert hat. Die anderen Kollegen halten mich wieder einfach nur für ein bisschen seltsamer. Tagesziel erreicht.

Reifes Alter?

Veröffentlicht in Es ist schon seltsam... mit Tags , , , am Mai 6, 2009 von feuerkind

Ich behaupte immer, daß ich kein Problem damit habe, älter zu werden. Die Falten in meinen Augenwinkeln deuten auf einen Menschen hin, der viel lacht. Die Falten in meinen Wangen gehen noch als Grübchen durch. Die Anzahl meiner Besenreißer und Orangenhautdellen tendiert gegen ‘erträglich’. Also alles kein Problem.

Und dann gehe ich heute zur Apotheke, um mir Jod und Pflaster zu kaufen. Und was passiert? Sie bieten mir die Apotheken-Umschau an! Die Renter-Bravo! Den Hypochonder-Großhandelskatalog! Ich bin immer noch ein wenig fassungslos.

Und vielleicht habe ich doch ein kleines Problem damit, älter zu werden. Menschen unter Zwanzig siezen mich. Im Bus wurde mir neulich ein Sitzplatz angeboten – ich habe noch nie erlebt, wie ein Grundschüler das gesunde Selbstbewußtsein einer Frau Mitte Zwanzig derart demolieren kann! Und dann sinkt auch noch meine Toleranzschwelle gegenüber kreischenden und Musik (?) abspielenden Schulkindern im Zug… . Ich diagnostiere einfach mal: es geht bergab.

Würde ich mein Leben nicht so lieben, wie es gerade ist, dann würde mir die ganze Sache schwer zu schaffen machen. Doch so werde ich gleich meine Apotheken-Umschau aufschlagen, das sicherlich enthaltene Kreuzworträtsel machen und mich freuen, daß ich von sämtlichen beschriebenen Krankheiten keine Einzige habe. In dem Sinne: gute Besserung! :)

Tag der schrägen Nachrichten

Veröffentlicht in Es ist schon seltsam... mit Tags , , , , , am Dezember 15, 2008 von feuerkind

Und wieder einmal ist ein Montag ins Land gegangen, zum Glück ohne große Katastrophen auf der Arbeit. Mein Chef ist immer noch der beste Chef der Welt, meine Kolleginnen in meinem Zimmer immer noch ein verrückter Haufen, kurzum: in meinem Leben gibt es wenig Neuigkeiten.

Dafür erschien in der heutigen Retrospektive des Wochenendes in der bunten Online-Welt so manche interessante Nachricht.

Meine persönliche Lieblingsschlagzeile ist ja wirklich die von dem irakischen Journalisten, der George Weltzerstörer Bush mit seinen ausgelatschten Tretern bewarf. Der Mann hat Mumm und wird jetzt schon zum Volksheld hochstilisiert – ich hoffe, er kommt schnell wieder aus dem Knast, denn immerhin haben sich bereits über 50 irakische Anwälte bereit erklärt,  ihn kostenlos zu verteidigen.

Größtenteils seltsam waren die hämischen Nachrufe auf das Verhalten unserer Familienministerin Ursula von der Leyen,  die von Mr. Hugh  Schnittchen Jackmann aus der als Requisit für eine Wette dienenden Wetten dass?-Mülltonne gehoben wurde. Empörte Stimmen sprachen von unziemlichem Verhalten, unwürdiger Show und einem peinlichem Ausrutscher. Ich persönlich fand es einfach toll, daß sie mit 50 und als siebenfache Mutter in den Armen eines Weltstars noch derart gut aussehen und so kindlich verliebt schwärmerisch kucken kann. Hut ab, Frau von der Leyen, sie sind eine Politkerin mit wirklich menschlichem Gesicht.

Und nun zur wahrhaft tragischen Nachricht des Tages: mein lieber Freund und Kupferstecher, der Herr des Hundehaufens, kann seinen Mund nicht mehr so voll nehmen. Die Welt geht wahrhaft ihrem Untergang entgegen… .

Und dementprechend: eine schöne Woche, liebe Leser!

Das Paket des Grauens

Veröffentlicht in Es ist schon seltsam... mit Tags , , , , , am Dezember 3, 2008 von feuerkind

Vor einigen Wochen habe ich ein Paket nach Afrika geschickt, das heute postwendend zurückkam, ungeöffnet, beschädigt, in Folie eingepackt und mit einer kleinen “Überraschung” versehen – denn was fand ich beim Auspacken? Ein weißes Pulver. Milzbrandpulver? Heroin? Zucker? Saharasand?

Nach einem kurzen Durchatmen rief ich unsere Sicherheitsleitzentrale an, schilderte den Fall und hatte einige Minuten später zwei Men in Black Männer in meinem Büro stehen, die das Paket einsackten, meinen Tisch abwischten, den Lappen einsackten und mich zum Händewaschen begleiteten.

Nachdem sie fort und meine Nerven wieder etwas beruhigt waren, rief dann der Betriebsarzt an und riet mir in lockerem Plaudertonfall, mich in den nächsten 48 Stunden genau zu beobachten. Sollte ich mich ungewöhnlich verhalten, sei ein Krankenhausbesuch dringend angeraten.

Jetzt frage ich mich, was ungewöhnliches Verhalten ist? Mein übliches etwa? Limbotanzen im Zug? Wir werden sehen…

Niemals wieder…?!

Veröffentlicht in Es ist schon seltsam... mit Tags , , , am November 15, 2008 von feuerkind

Die Arbeit hat mich für 3 Tage nach Berlin verschlagen. Dort war ich das letzte Mal im Jahr 1998, um einen Brieffreund und seine Familie in Marzahn zu besuchen. Damals stand ich auf dem Potsdamer Platz und hatte Schlamm an den Schuhen. Heute war ich im Angesicht der schicken Repräsentativbauten im Regierungsviertel schlichtweg überwältigt.

Überwältigend war auch das Denkmal für die ermordeten Juden Europas (http://www.holocaust-denkmal-berlin.de/). Die schlichten Steinstelen, die vor ihrer Fertigstellung und auch jetzt noch ein wahres Politikum waren und sind, vermitteln ein interessantes Gefühl zwischen Verlorenheit und Hoffnung, das mich sehr beeindruckt hat. Ich kann jedoch die Skepsis vieler Projektgegner, die in dem Werk der Architekten Richard Serra und Peter Eisenmann keinen Sinn sehen, durchaus verstehen, denn Kunst ist nun einmal Interpretationssache.

Im “Ort der Erinnerung” unter dem Denkmal erhält man nähere Informationen zum Thema; im dortigen “Raum der Namen”, der bis auf einige Sitzbänke vollkommen leer ist, werden die Namen der namentlich bekannten Opfer an die Wände projiziert und eine Stimme erzählt ihre oftmals sehr kurzen Lebensgeschichten.

Ausstellung und Denkmal haben mich beeindruckt. Geschockt hat mich aber die Aussage einer Besucherin, die zu ihrer Begleitung sagte, sie sei froh, dass so etwas heutzutage nicht mehr geschehen könne.

Sind wir Europäer gerne bereit, Massengenozid, Vertreibung und Mord in anderen Teilen der Welt zu verdrängen, weil wir glücklich darüber sind, dass die Zeiten bei uns vorbei sind? Oder sind wir einfach nur schlecht informiert? Diese Fragen beschäftigen mich gerade und eine Antwort liegt noch in weiter Ferne.

Mehr Informationen zu den aktuellen Vorkommnissen im Simbabwe und im Sudan im Blog “RabenZeit“.

Ich bin sauer!

Veröffentlicht in Es ist schon seltsam... mit Tags , , , am Oktober 27, 2008 von feuerkind

Ich kam gerade über den Marktplatz und sah, dass eine Gruppe von etwa 10 Kindern und Jugendlichen im Alter von 8 bis 18 einen geistig behinderten Mann verfolgte, in die Ecke drängte und körperlich anging. Niemandem außer mir schien das aufgefallen zu sein, also ging in zu dem verängstigten Mann hin und fragte ihn, ob er Hilfe brauche und ob ich ihn nach Hause begleiten solle.

Auf seinen Wunsch hin habe ich dann dafür gesorgt, dass er in Ruhe gehen konnte. Meine Versuche, den Kids klar zu machen, dass das eine verdammte Sch…aktion, eine bodenlose Feigheit und eine Straftat war, wurde lediglich mit Prügeldrohungen in meine Richtung und Beschimpfungen beantwortet. Also bin ich gegangen, weil ich einfach nicht wusste, was ich tun sollte.

Jetzt, eine halbe Stunde später habe ich mich zum tausendsten Mal gefragt, ob man Kinder nach so einer Sache einfach festhalten und die Polizei rufen kann – und ob sich das überhaupt lohnt….

Ich habe keinen Schuhtick – oder?

Veröffentlicht in Es ist schon seltsam... mit Tags , , , am September 27, 2008 von feuerkind

Es gibt Dinge, die man sich schwört, wenn man in seiner Adoleszenzphase gegen Alles und Jeden rebelliert. Man schwört sich, niemals ein Unterhemd anzuziehen, denn Unterhemden sind das Symbol der mütterlichen Unterdrückung der ureigenen jugendlichen Erotik. Man schwört sich, niemals die Musik leise zu machen, wenn man sie auch laut hören kann. Man schwört sich, niemals die Freunde zu vergessen, mit denen man hinter der Schule in der Raucherecke heimlich die ersten Kippen geraucht hat.

Und dann kommt die erste Nierenbeckenentzündung, das erste Pfeifen in den Ohren nach einem Metal-Konzert und der Umzug in die nächstgrößere Stadt, der alle Bande unweigerlich kappt.

So ist das halt. Ideale verwaschen sich hin und wieder, man wird erfahrener und vernünftiger – oder einfach nur älter, langweiliger und empfindlicher. Das kommt ganz auf den Standpunkt an, von dem aus man die Sache betrachen möchte.

Bei mir sind es Schuhe, denen ich den jugendlich-idealistischen Kampf angesagt hatte. Ich besaß früher Tanzschuhe, schluffige Schuhe für die Schule, Sportschuhe, Hausschuhe (gehasst habe ich sie, die Dinger – aber die mütterliche Unterdrückung, Ihr wisst schon… ) und die schicken Schuhe, wenn’s darum ging, zur Oma ins Bergische Land zu fahren und einen Zehner abzusahnen. Das war es und jede Fersehserie, die ich damals sah und in der ein Konstrukt namens Schuhschrank vorkam, betrachtete ich grundsätzlich mit einem Naserümpfen.

Heute bin ich in meiner neuen Wohnung endgültig angekommen. Klamotten in den Schrank, Bilder an die Wände, Fernseher angeschlossen, Computer läuft – Schuhe eingeräumt. Pumps. Lackschuhe. Halbschuhe. Sabots. Highheels (oder Highhells, wenn es nach meinen Füßen geht). Ballerinas. Riemchensandalen. Sandaletten. Espandrillos. Stilettos. Stiefel. Stiefeletten. Hausschuhe (Schande, Schande…). Badeschlappen. Flip-Flops. Arbeitssicherheitsschuhe. Trekkingschuhe. Sneaker.

Ich stelle also fest, dass ich meine frühreifen Ideale des Minimalismus und der Mäßigung weiblicher Regungen verraten habe. Wenn ich das nächste Mal in einem Schuhladen stehe, werde ich mich schämen. Und mich dann mit dem tollen Paar roter Stiefel trösten, die ich neulich gesehen habe.

Flusskrebse – Grundkurs

Veröffentlicht in Es ist schon seltsam... mit Tags , , , , am September 16, 2008 von feuerkind

Mein Umzug steht an und so schleppte ich den besten künftigen Ehemann der Welt in das Restaurant eines beliebten nordischen Möbelhauses, um mich dort für den Einkaufsmarathon zwischen schwangeren Pärchen, skeptischen Erstbesuchern und quengelnden Kids zu stärken.

Die Wahl fiel auf die Flusskrebse, doch bei einem tiefen Blick in die Augen des rotgesottenen Tierchens wurde mir eines klar: es konnte mir nicht sagen, wie man es isst. Die etwas verschämte Nachfrage bei einer Servicekraft ergab, dass sie sich darum kümmern wollte. Und so verschwand sie und ich blieb Aug in Aug mit einem Flusskrebs, dem ich den Namen Hank gab, zurück. Ziemlich überzeugt, dass die Servicekraft mir keine Hilfe sein würde.

Und dann kam die Überraschung in Form eines Managers, der sich kurzerhand bei uns an den Tisch setzte und mir haarklein erklärte, wie man Flusskrebse pult und isst. Ich war derart perplex über den unerwarteten und humorvollen Service, dass Krebse und ich eine Zeit lang den Mund nicht zu bekamen.

Und so bin ich vom Konzept jenes großen blau-gelben Möbelhauses weiterhin überzeugt und mache bald den Flusskrebse – Fortgeschrittenenkurs: die Dinger essen, ohne sich von oben bis unten vollzusauen.

Somebody – ein Lieblingslied

Veröffentlicht in Tonfolgen mit Tags , , , am Juli 15, 2008 von feuerkind

Eines der schönsten, sehnsuchtsvollsten Lieder, die ich über das Suchen nach Liebe kenne, ist “Somebody” von Depeche Mode. Auch die Version von Scala, einem Jugendchor, ist sehr zu empfehlen…

Hier der Text:

Depeche Mode – Somebody

I want somebody to share
Share the rest of my life
Share my innermost thoughts
Know my intimate details
Someone who’ll stand by my side
And give me support
And in return
She’ll get my support
She will listen to me
When I want to speak
About the world we live in
And life in general
Though my views may be wrong
They may even be perverted
She’ll hear me out
And won’t easily be converted
To my way of thinking
In fact she’ll often disagree
But at the end of it all
She will understand me

I want somebody who cares
For me passionately
With every thought and
With every breath
Someone who’ll help me see things
In a different light
All the things I detest
I will almost like
I don’t want to be tied
To anyone’s strings
I’m carefully trying to steer clear of
Those things
But when I’m asleep
I want somebody
Who will put their arms around me
And kiss me tenderly
Though things like this
Make me sick
In a case like this
I’ll get away with it