Konfrontation in der Kaffeeküche

…ja, es ist schon seltsam, wie oft man in Situationen gerät, in denen einem der richtige Spruch, die lockere Replik, das Bonmot erst auf der Zunge liegen, wenn der Sparringspartner längst den Ring verlassen hat.

Das passierte mir Anfang letzter Woche in der Kaffeeküche auf der Arbeit, als ich angefahren wurde, ob ich mein dreckiges Geschirr nicht in die Maschine räumen könne. Tja, böses Mädchen, das ich war, war ich davon ausgegangen, daß eine geschlossene Maschine eine laufende Maschine bedeutet, aber ich sollte mich wohl geirrt haben. Und so drehte man mir aus einem Teller und einer Tasse, hingestellt für den nächsten Ein- und Ausräumer, einen Strick und machte mich dazu noch für meine Kollegen verantwortlich, die wohl auch keine lieben Spülküchensauberhalter sind.

Kurzum: auch wenn die Kritik berechtigt war, war ich doch vollkommen perplex und kam mir ganz schön gedemütigt vor, vor allem, weil ich stehengelassen wurde. Und kaum war ich allein, da fielen sie mir wieder ein, die oben bereits erwähnten lockeren Antworten und coolen Gesten. Wie ein bedröppelter Dackel stand ich da und selbst die Aufmunterung durch den besten Chef von allen konnte mir den Tag nicht mehr retten – selbst jetzt habe ich einen dicken Knoten im Magen.

Ach, manchmal wünsche ich mir einfach ein portables Loch, in das ich versinken kann oder eine goldene Zunge.

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