Ich glaube ich werde alt…oder wie meine Eltern…oder so?!
Heute im Zug hatte es sich in einem Vierer neben mir eine jugendliche Mädchengruppe bequem gemacht. Ihre düster-schlampige Aufmachung und ihr proletenhaftes Gehabe störten mich nicht wirklich, denn wer Gothic und Metal mag, der stellt beide Extreme immer einmal wieder in beiden Szenen fest – wie natürlich auch überall sonst im Leben.
Was mir aber wirklich auf den Keks ging, war das laut tönende Handy von einer der ‘Damen’, die neben einem zuchtbullenartigen Aussehen auch noch das passende Piercing und die synchrone Kaubewegung besaß. Kurzum: ein Kind mit Gesicht und Gehabe, wie es nur eine Mutter lieben kann, mit voll aufgedrehter Musik, die man nur lieben kann, wenn man taub ist.
Zahlreiche Fahrgäste beschwerten sich, was ich ziemlich gut fand. Denn wie oft wird man von Musik, die einem die Zehennägel aufrollt, beschallt, ohne dass man es will und alle halten den Mund? (In diesem Fall waren es Tokio Hotel und Eminem, denke ich.) Doch die ‘Damen’ weigerten sich schlichtweg, die Musik leiser zu stellen, beleidigten die gestörten Fahrgäste auf’s Gröbste und taten, als sei alles in bester Ordnung. Rufe nach dem Schaffner oder der Polizei wurden laut und dann wieder leiser.
Ich stieg zwei Bahnhöfe später aus und sah der wegrollenden Regionalbahn hinterher, froh, der Jungbullin (ohne Zweifel Wortführerin des liebenswerten Quartetts weiblicher Eleganz) entkommen zu sein. Gleichzeitig erinnerte ich mich jedoch daran, auch früher gerne einmal mit lauter Musik und frechen Sprüchen provoziert zu haben. Doch war ich je so laut und so bösartig? Ich erinnere mich einfach nicht mehr.
Vielleicht werde ich alt. Vielleicht rege ich mich über Dinge auf, die vor 10 Jahre meine Eltern schlimm fanden. Aber das ist eigentlich nicht schlimm – oder?
Mai 28, 2008 um 8:29
diese gedanken kenne ich nur zu gut.
aber ich muss dazu sagen, beleidigt habe ich noch keine fremden leute, auf die idee käm ich gar nicht.
?
wenn man selbst dabei ist, lautere musik hört, dann fällt einem das schließlich gar nicht so auf, man hat schließlich spaß mit seinen freunden
und: man ist doch immer nur so alt wie man sich fühlt, nicht wahr